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Tarifvertrag einzelhandel bw stundenlohn

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In anderen Ländern ist die Vertretung der Arbeitgeber im Einzelhandel geteilt. In vielen Fällen folgt die Sparte im Wesentlichen den Kriterien der Größe (oder Art) des Unternehmens oder der Differenz zwischen dem gewinnorientierten privaten Sektor und den Genossenschaften. Dies ist in Bulgarien, Irland und der Slowakei der Fall (alle mit zwei Organisationen), Spanien (drei) und Italien und Ungarn (jeweils vier). Ähnlich verhält es sich in Norwegen mit zwei Hauptorganisationen, obwohl es auch andere, weiter reichende Organisationen mit einer gewissen Präsenz im privaten Sektor gibt. In den Niederlanden ist die Vertretung der Arbeitgeber im Einzelhandel zwischen den subsektoralen Mitgliedsorganisationen des allgemeinen Arbeitgeberverbandes (VNO-NCW) und des Verbandes der kleinen und mittleren Unternehmen (MKB) aufgeteilt. KMU oder zumindest einige von ihnen sind auch in vielen anderen Ländern, darunter Ungarn, Irland, Italien und Spanien, getrennt vertreten, und große Einzelhändler haben eine eigene Organisation in Ungarn und Spanien. Getrennte Genossenschaftsorganisationen gibt es in Bulgarien, Ungarn, Italien (zwei), Norwegen und der Slowakei. Im Fünfjahreszeitraum 1997-2002 ging der Anteil des Einzelhandels an der Gesamtbeschäftigung leicht zurück. Ein ähnlicher Trend wurde in der ehemaligen EU 15 beobachtet (von 9,3 % auf 9,1 %). und die neuen Mitgliedstaaten (von 9,0 % auf 8,8 %).

Die Bedeutung dieser Veränderungen ist jedoch eine andere: In der EU 15 stieg die Zahl der Beschäftigten im Einzelhandel um mehr als 5 %, während sie in den neuen EU-Ländern um fast 2 % zurückging. Managementstrategien, Organisationsstrukturen und Arbeitspraktiken im Einzelhandel werden immer komplexer und differenzierter. Dasselbe gilt für die Arbeitsbeziehungen, in denen traditionelle Fragen in Tarifverhandlungen wie Lohn, Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen unterschiedlicher behandelt werden. In vielen europäischen Ländern werden die Ladenöffnungszeiten auf politischer Ebene, aber auch zwischen Sozialpartnern, Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu einem Streitthema, das intensive Verhandlungen über «atypische» Arbeitszeiten, deren Grenzen und angemessene Bezahlung sowie die Nutzung von Teilzeitverträgen beinhaltet. Der sehr hohe Frauenanteil im Einzelhandel führt auch zu neuen Themen in den Tarifverhandlungen, die sich auf die Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz beziehen, und insbesondere auf Forderungen nach gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit. Auch die Debatte über atypische Arbeitszeiten und Teilzeitarbeit steht in gewissem Maße im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Schließlich ändern sich auch die Arbeitsbeziehungen aufgrund von Umstrukturierungen und neuen Managementstrategien im großen Einzelhandel, während die Berichterstattung über Tarifverhandlungen und die Rolle von Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern in kleinen Verkaufsstellen immer unsicherer werden. Die Entwicklung der Lohn- und Gehaltsquote (Anteil der Lohnabhängigen an der Gesamtbeschäftigung) ist ein guter Indikator für den Strukturwandel in diesem Sektor.

In der EU 15 ist diese Quote erheblich gestiegen (von 70 % im Jahr 1997 auf 75 % im Jahr 2002), was sowohl auf einen starken Anstieg der Zahl der Lohnempfänger als auch auf einen ebenso starken Rückgang der selbständigen Erwerbstätigkeit zurückzuführen ist. In den neuen Mitgliedstaaten war die Veränderung weniger bedeutend (von 75 % auf 76 %), unter anderem, weil die Lohn- und Gehaltsquote in diesem Sektor bereits höher war. Dennoch ist der Einzelhandel in beiden Ländergruppen nach wie vor ein Sektor mit einem relativ hohen Maß an Selbständigkeit, da die Lohn- und Gehaltsquote für die gesamte Wirtschaft bei etwa 85 % liegt.